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Soziale Geschäftsideen mit großer Wirkung

Sieben Studierenden-Gruppen präsentierten an der Pädagogischen Hochschule Weingarten die Ergebnisse des Seminar-Projekts Social Entrepreneurship

Weingarten
– Auf große Begeisterung stießen die Geschäftsideen zur Milderung gesellschaftlicher Probleme in der Region, die 25 Studierende der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PH) im Rahmen eines Seminars erarbeiteten und bei einer Abschlusspräsentation vorstellten. „Ich habe großen Respekt vor den Ergebnissen. Das ist eine tolle Leistung“, betonte Landrat Harald Sievers. Zusammen mit Kreis-Sozialdezernentin Diana Raedler war er an die PH gekommen, um die Social Entrepreneurship-Prototypen der Studierenden in Augenschein zu nehmen. Es gebe sozialen Bedarf im Landkreis Ravensburg, sagte Sievers. Die gezeigten Projekte seien gute Ansätze, bestehende Probleme abzumildern. Auch Professor Dr. Florian Theilmann, Prorektor für Studium und Lehre, zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt der umgesetzten Sozialideen.

Das Seminarprojekt hat in Kooperation mit dem Landrat und dem Sozialdezernat des Landkreises sowie dem PH-Rektorat stattgefunden, berichtete Professorin Dr. Claudia Wiepcke, die an der PH in dem Fach Wirtschaftswissenschaften und ihre Didaktik lehrt. Es verfolge zweierlei Ziele: Zum einen würden Studierende zu einer selbstbestimmten und verantwortungsbewussten Gestaltung des Lebens in der Gesellschaft sensibilisiert. Zum anderen würden die Studierenden zur persönlichen Initiative befähigt, um selbst sozialen Wandel gestalten zu können.

Nach der Vorstellung der sieben Projekte bewerteten die Gäste diese mittels Punktevergabe. Auf Platz eins wurde die Gruppe „Easy way“ mit Dirk Bernhard, Stephan Jürgens und Maximilian Dabitsch gewählt. Die drei Studierenden haben eine von Nutzern geschriebene App für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen – Rollstuhlfahrer, Senioren mit Rollatoren oder auch Eltern mit Kinderwagen – entwickelt, die barrierefreie Wege aufzeigt. „Grundlage für uns waren die persönlichen Erfahrungen von bewegungseingeschränkten Personen“, so die drei Studenten. Die Bedienung der App ist denkbar einfach. Die Nutzer sehen auf einen Blick, ob Gebäude, sanitäre Anlagen oder der Weg dorthin behindertengerecht sind, ob es geeignete Parkmöglichkeiten gibt und vieles mehr. Sie können zudem die Inhalte ständig aktualisieren und erweitern.

Den zweiten Platz in der Besuchergunst belegte das Projekt „Care for me and you“, das berufstätigen Frauen oder auch Wiedereinsteigerinnen durch Vermittlung einer zielgenau passenden Betreuung flexible Arbeitszeiten ermöglichen soll. Dies, so das Ansinnen der vier Studentinnen, gelte auch für die betreuenden Erzieherinnen. Sie können entweder bei sich zu Hause die Betreuung anbieten oder in die Familie des zu betreuenden Kinds gehen.

Auf Platz drei wählten die Besucher das Projekt „Durchblick“. Vier Studenten entwickelten ein mobiles Hilfsmittel zur inklusiven Beschulung von sehbehinderten Schülerinnen und Schülern nebst didaktischer Anleitung zur Durchführung als Projekt im Regelunterricht. Der schlichte Holzkoffer enthält nicht nur einen praxistauglichen mobilen Arbeitsplatz, er kann auch im Unterricht nachgebaut werden.     

Lob und Anerkennung gab es auch für die vier weiteren studentischen Geschäftsideen: Die Gruppe „SP2FP (Support People 2 Find Property)“ hat es sich zum Ziel gesetzt, für alle Wohnungssuchenden die passenden Objekte zu finden. Die Studierenden hoffen vor allem darauf, durch ihr Engagement leerstehende Wohnungen zu requirieren, um die Wohnungsnot zu lindern. In dem Projekt „Evergreen“ erarbeiteten PH-Studierende das Modell eines „Unverpacktladens“ für Ravensburg zur nachhaltigen Reduzierung des umweltbelastenden Verpackungsmülls. Das Projekt „Second Business“ unterstützt Beschäftigungslose in Sachen Selbstvermarktung auf deren Weg in den Arbeitsmarkt – beispielsweise durch das Erstellen von Bewerbungsmappen, Bewerbertraining oder auch Outfitberatung. Einen Beitrag zur Bekämpfung der Altersarmut leistet die Gruppe „Help to help“. Ihre Idee: Junge Menschen brauchen oft Hilfe im Alltag – Kinderbetreuung, Bügeln, Reparaturen – ältere Menschen haben viele Fähigkeiten, die nach ihrem Ausscheiden aus dem Beruf oft nicht mehr zum Tragen kommen. „Wir bringen als Koordinationsstelle beide Seiten zusammen“, so die Studierenden. „Den Jungen ist schnell geholfen und die Älteren können ihre Rente aufbessern.“

Siegerbild: Lob und Anerkennung gab es für die tolle Sozial-Geschäftsidee „Easy Way“Lob und Anerkennung gab es für die tolle Sozial-Geschäftsidee „Easy Way“ der Studierenden Dirk Bernhard, Stephan Jürgens und Maximilian Dabitsch, die den ersten Preis erhielten, von Professorin Dr. Claudia Wiepcke, Landrat Harald Sievers und Kreis-Sozialdezernentin Diana Raedler (von links). Bild: PH/Barbara Müller

Text und Foto: Barbara Müller


 
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