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Bildung und Beschleunigung

Professorin Dr. Ursula Pfeiffer-Blattner verabschiedete sich mit einem Vortrag im Studium Generale aus ihrem aktiven Dienst an der Pädagogischen Hochschule Weingarten

Weingarten
– Änderung, Mobilität und Beschleunigung als aktuelle gesellschaftliche Zeitsignaturen stellen die Menschen vor Herausforderungen, die sie zu bewältigen lernen müssen. Die zunehmende Beschleunigung tangiere auch den Bereich der Bildung, sagte Professorin Dr. Ursula Pfeiffer-Blattner, die sich mit ihrem Vortrag „Bildung und Beschleunigung“ im Studium Generale der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PH) aus ihrem aktiven Hochschuldienst verabschiedete. Die Professorin habe in ihren Forschungen vielfach nach dem Stellenwert von Zeit sowohl in der Erziehungswissenschaft als auch nach der Bedeutung von Zeit in Lernprozessen gefragt, berichtete Studium Generale-Organisator apl. Professor Dr. Ralf Elm in seiner Begrüßung. Er freue sich sehr, dass Ursula Pfeiffer-Blattner mit ihrem Abschiedsvortrag im Studium Generale, das im Sommersemester unter dem Thema „Mobilität und Transformation. Unterwegs zu einer ‚globalen Mobilmachung‘?“ stehe, noch einmal in die akademische Arena zurückkehre.

Seit 2005 an der PH

Ursula Pfeiffer-Blattner studierte an der PH Schwäbisch Gmünd Grund- und Hauptschullehramt mit den Fächern Evangelische Theologie und Deutsch und war einige Jahre als Lehrerin tätig. Nach knapp 10 Jahren Erziehungsurlaub absolvierte sie an der Universität Tübingen ein Diplom-Aufbaustudium in Erziehungswissenschaft. 1999 schloss sie ihre Promotion ab, 2007 ihre Habilitation. Von 1995 bis 2005 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Tübingen und wurde dann auf eine Professur im Fach Erziehungswissenschaften mit den Schwerpunkten Bildungs- und Schulgeschichte sowie Systematische Pädagogik an die PH Weingarten berufen. Sie leitete die Arbeitsstelle Schulgeschichte und den Masterstudiengang Educational Science und war stellvertretende Direktorin des Zentrums Regionalität und Schulgeschichte. Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte lagen in den Bereichen Erziehungs- und Bildungstheorie, Interkulturelle Erziehung, Klinik- / Krankenpädagogik, Schulgeschichte sowie Geschichte der Kindheit. In diesen Bereichen führte sie verschiedene Projekte durch und veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Beiträge und Bücher. 2012 übernahm sie das Amt der Prorektorin für Lehre und Studium. Die Einführung von fünf neuen Bachelor- und Masterstudiengängen sowie die Einführung der Lehramtsstudiengänge 2015 im neuen Bachelor-/Masterformat gehörten zu den wichtigsten Projekten in ihrer Amtszeit. Dr. Ursula Pfeiffer-Blattner setzte zudem die Entscheidung der Hochschule für die Systemakkreditierung konzeptionell um, führte das damit verbundene Qualitätsmanagementsystem ein und begleitete dessen Umsetzung. Seit 1. April dieses Jahres ist die Professorin im Ruhestand.

Abschieds-Festakt

Viel Würdigung und Anerkennung erhielt Professorin Dr. Pfeiffer-Blattner bei der Feierstunde zu ihrer Verabschiedung im Audienzsaal der PH, zu der Professor Dr. Joachim Rottmann, Dekan der Fakultät I, zahlreiche ihrer Wegbegleiter, darunter auch den früheren Weingartner Oberbürgermeister Gerd Gerber, begrüßen konnte. Musikalisch begeisterte eine Auswahl der Hochschul-Bigband die zahlreichen Gäste. Als Ursula Pfeiffer-Blattner an die PH gekommen sei, habe es noch keine Bachelor- und Masterstudiengänge gegeben, gab PH-Rektor Dr. Werner Knapp in seinem Grußwort zu bedenken. Sie habe als Prorektorin den dynamischen Wandel der PH zu einer modernen Hochschule erfolgreich-engagiert begleitet und mit ihrem Wirken viel dazu beigetragen, dauerhafte und zukunftsfähige Strukturen zu schaffen. Dafür gebühre ihr der Dank der Hochschule.

„Wir sind nur wegen dir hier“, verabschiedete sich ihr langjähriger Fachkollege Professor Dr. Gregor Lang-Wojtasik, Studiendekan der Fakultät I, mit einem etwas abgewandelten Lied Max Raabes von Professorin Pfeiffer-Blattner. In seiner erfrischend-launigen Laudatio mit Max-Rabe-Intros am Klavier ließ er, nicht zuletzt durch O-Töne von „engen Mitstreitenden“ und Wegbegleitern, ein ganz besonderes und persönliches Bild der Professorin entstehen – beispielsweise als „erfolgreiche Marathonläuferin zugunsten der PH“, als „vertrauensvolle Chefin und verlässliche Arbeitskollegin“, als „fachlich kompetente Diskussions- und Diskurspartnerin“ oder auch als „Kollegin, auf die man sich immer verlassen konnte“ und deren „Kompetenz, Zielorientierung, Strukturiertheit und Loyalität“ man schätzte. Sie habe das Schiff der PH zunächst als Dekanin der Fakultät I und danach als Prorektorin durch manche Höhen und Tiefen manövriert und auch Kurs gehalten, wenn andere längst von Bord gegangen seien, lobte Lang-Wojtasik und gestand: „Wenn ich an Ursula Pfeiffer-Blattner denke, dann denke ich an geballtes institutionelles Wissen als Prorektorin, an eine konstruktive Fachkollegin sowie eine Kollegin und Freundin in guten wie in schlechten Zeiten.“

Sie habe in ihrer PH-Zeit beides erlebt – gute, gelungene, konstruktive und wertschätzende Erfahrungen, aber auch schwierige und ernüchternde, sagte Ursula Pfeiffer-Blattner in ihrer Abschiedsrede und bedankte sich bei den Laudatoren für deren Wertschätzung. Ohne verlässliche, faire und tatkräftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Wegbegleiter hätte sie die Aufgaben der vergangenen Jahre nicht bewältigen können, betonte sie mit Blick auf die Einführung und umfassende Betreuung neuer und alter Studiengänge, die Qualitätsentwicklung in der Lehre, die wiederholte Akkreditierung der alten und neuen Studienangebote, die Durchführung der Lehrerevaluation in jedem Semester, die Planung und Betreuung der Hochschuldidaktik und vor allem auch die Systemakkreditierung mit der Konzeption, der Kommunikation dazu und der Durchführung sowie Dokumentation eines Qualitätssicherungssystems, bezogen auf die ganze Hochschule. „Für alle Wertschätzung wie auch Kritik bin ich im Nachhinein dankbar“, betonte sie. Beides habe ihr geholfen, den Blick auf die Dinge zu schärfen und weiter zu denken. „Ich danke allen an der Hochschule, einschließlich den Studierenden, für das Vertrauen, den Respekt und die Wertschätzung, die ich in den zwölf Jahren meiner Arbeit hier erfahren habe“, verabschiedete sie sich.

Professorin Dr. Ursula Pfeiffer-Blattner wird feierlich verabschiedetRektor Professor Dr. Werner Knapp (links) und Dekan Professor Dr. Joachim Rottmann (rechts) verabschiedeten Professorin Dr. Ursula Pfeiffer-Blattner feierlich.

Text und Foto: Barbara Müller


 
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