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Pädagogin oder Pädagoge mit Leib und Seele

Fachtag an der PH Weingarten beschäftigt sich mit Konfliktkultur

Was können Schulen leisten, um die Gefahr eines Amoklaufs wie den von Winnenden und Wendlingen zu verringern? Am Donnerstag, 30. März, veranstaltete der AGJ-Fachverband für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg e.V. einen landkreisübergreifenden Fachtag an der Pädagogischen Hochschule in Weingarten.
Die stellvertretende Leiterin des Regionalen Bildungsbüros Ravensburg Ulrike Teufel begrüßte die Teilnehmenden herzlich.

Franz Hilt, Leiter der Abteilung Kinder- und Jugendschutz und Fortbildung des AGJ-Fachverbands und Mitbegründer des praxiserprobten und wissenschaftlich evaluierten Fortbildungs-und Präventionsprogramms Konflikt-KULTUR erläuterte am Vormittag die Qualitätsmerkmale einer Konfliktkultur in pädagogischen Einrichtungen.
Hierbei sind vor allem die Haltung und der praktizierte Erziehungsstil das, was die Beziehung zwischen Jugendlichen und Pädagogen kennzeichnen. Denn Kinder und Jugendliche brauchen positive Rollenmodelle, die ihnen die Entwicklung eines sicheren Bindungsmusters und die Fähigkeit zu Selbstregulation und Empathie ermöglichen. Der so genannte autoritative (nicht zu verwechseln mit autoritäre) Erziehungsstil zählt zu den wichtigsten Schutzfaktoren, die die Resilienzforschung kennt. Seine entwicklungsförderliche Wirkung ist vielfach belegt. Autoritativ erzogene Kinder verfügen über das höchste Maß an geistigen und sozialen Kompetenzen und zeichnen sich durch das geringste Problemverhalten aus.

Der Schauspieler, Pädagoge und Autor Rudi Rhode aus Wuppertal rückte in seinem schauspielerischen Vortrag „Wenn Nervensägen an unseren Nerven sägen“ ein häufig vernachlässigtes Thema ins Zentrum: Körpersprache und innere Haltung.
An Beispielen wurde anschaulich demonstriert, wie Reaktionen von pädagogischen Fachkräften auf herausforderndes Verhalten Jugendlicher dazu beitragen einen Konflikt entweder hochzuschaukeln oder zu deeskalieren und wie wertschätzend und klar eine Regeleinhaltung vermittelt werden kann. Auch wenn der Erfolg nicht immer machbar ist, so ist es doch entscheidend für langfristig gelingende Erziehungs- und Beziehungsarbeit, wie pädagogische Fachkräfte oder Eltern auftreten.  

Am Nachmittag fanden diverse Workshops für die etwa 120 angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmer statt. Hierbei konnten Fragestellungen konkretisiert und Antworten vertieft werden. Neben Franz Hilt und Rudi Rohde als Referenten der Workshops, führten Alexander Bundschuh und Jürgen Schmidt von Konflikt-KULTUR, sowie Burkhard Hennrich, Lehrer an einer kaufmännischen Schule, die Workshops durch.

Der Fachtag verstand sich als ein Angebot des AGJ - Fachverband für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg e.V., der in Kooperation mit dem Landratsamt Ravensburg und Landratsamt Bodenseekreis und den jeweiligen Gesundheitsämtern in Zusammenarbeit mit den Regionalen Bildungsbüros organisiert und durchgeführt wurde.
Zur Vertiefung und Weiterbildung der pädagogischen Fachkräfte werden aktuell mehrere Seminare in Friedrichshafen angeboten. Zu nennen sind „Selbststeuerung, Resilienz, Klassenführung“ (Beginn September 2017), „Sozialtraining und Mobbingintervention“ (Beginn Oktober 2017) sowie „Mediation und Tat-Ausgleich“ (Beginn März 2018).

Informationen und Anmeldung finden Sie unter www.konflikt-kultur.de.



Vorträge:
•    „Pädagogik braucht Persönlichkeit“ – Qualitätsmerkmale einer Konfliktkultur in pädagogischen Einrichtungen (Franz Hilt)
•    „Wenn Nervensägen an unseren Nerven sägen“ – ein schauspielerischer Vortrag (Rudi Rhode)

Workshops:
•    Deeskalation, Konfrontation, Konsequent
•    Konsequent und wertschätzend
•    Konflikte nutzen, Entwicklungen fördern
•    Achtsamkeit und Präsenz im Schulalltag
•    Haltung verändern ist schwer – fangen wir klein an

Impressionen aus der VeranstaltungImpression aus den zahlreichen Veranstaltungen

Text: Regionales Bildungsbüro Ravensburg
Fotos: Simone Schlachter


 
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